Der Eselsweg

( Geschichte eines alten Salzpfads quer durch den Spessart )


Der Eselsweg ist ein Fernwanderweg durch den Spessart in Hessen und Bayern. Er ist 111 km lang und führt von Schlüchtern nach Großheubach in der Nähe von Miltenberg. Er zählt zu den sogenannten Altstraßen ( = das sind historische Straßen und Wege, die im überwiegenden Teil ihres Verlaufs heute noch erkennbar sind ), die über 20 Jahrhunderte lang große Bedeutung hatten. Keltische Krieger und römische Kaufleute, kaiserliche Kuriere, Bischöfe, Grafen und Ritter waren auf ihm in grauer Vorzeit ebenso unterwegs, wie arme Bauern und ehrbare Glasmacher. Er ist eine der alten Handelsstraßen, die meist als Höhenwege über die Gebirgszüge führten und Teil des historischen Straßensystems waren, das bereits die Kelten für ihren Handel vom Mittelmeer zur Ostsee kannten. Am Eselsweg entlang gab es die Spessarter Glashütten, die ihre Ware bis nach Holland exportierten. Berühmt gemacht haben ihn jedoch die Orber Salzkarawanen (Orber = Bad Orb), die mit ihren mit schweren Salzsäcken beladenen Eseln hier einst entlang zogen und diesem Weg seinen noch heute geläufigen Namen gaben. "Via asina" ist auf alten Karten zu lesen. Der Weg führt in einer Höhe von 400 bis 500 Metern fast ausschließlich durch dichten Laubwald, ohne Täler und Ortschaften zu berühren und erstreckt sich 111 km quer durch den Spessart von Schlüchtern im Nordwesten über Bad Orb, Heigenbrücken, Weibersbrunn, Hundsrück, Kloster Engelberg bis Großheubach am Main im Südwesten. Hier wurde das Salz (das »weiße Gold«) dann weiter nach Nürnberg und Augsburg befördert.
(Quelle: Harald Rixgens  www.wanderungenonline.de)