Der Naturpark Odenwald

( mit den Ortschaften Breuberg, Michelstadt, Eulbach, Erbach, Amorbach, Ruine Wildenburg,  Ernsttal, Walldürn, Buchen, Eberstadt, Adelsheim und deren Sehenswürdigkeiten)


Südöstlich von Darmstadt bis nach Heidelberg, von Lorsch im Westen bis Miltenberg am Main im Osten erstreckt sich der Odenwald, im Katzenbuckel 626 m hoch.

Die meisten der beschriebenen Örtlichkeiten, haben traditionelle Kopfsteinpflasterstraßen und Gassen mit alten Fachwerkgebäden und Häusern.


Die Burg Breuberg

Oberhalb des Mümlingtals liegt auf einem Berg die Burg Breuberg. Sie wurde vom Fuldaer Kloster im 12. Jahrhundert als Verwaltungsburg errichtet. Die auf ihr herrschenden Vögte nannten sich ab 1229 von Breuberg. Beim Betreten der Vorburg durch den 1499 erbauten Torbau, sehen Sie das Wappen des Grafen von Wertheim, der die Burg ab 1497 besaß. In der Vorburg ist das Museum zur Geschichte der Burg und zur Region untergebracht. Im Obergeschoß gibt es einen Rittersaal mit einer Stuckdecke, die zu den schönsten in Deutschland zählt. Es folgt die Hauptburg mit dem Bergfried und dem romanischen Portal. Nördlich des Torbaus steht der sogenannte Altbau mit der 1560 erbauten Brunnenhalle und der Kapelle mit schlichtem Saal, über dem ein Wohntrakt liegt. Der Obere Saalbau mit einem Festsaal von 1553 und mit schönem Erker schließt sich an. Münze und Burgküche aus dem 15. Jahrhundert sind ebenfalls noch gut erhalten. Von der Burg haben Sie einen weiten Ausblick über das Umland. Eine Jugendherberge bietet übernachtungsmöglichkeit.

Fotos und weitere Infos
http://www.burg-breuberg.de/
http://www.breuberg.de


Michelstadt

Einhard, Ratgeber und Biograph von Karl dem Großen, erhielt 815 von Ludwig dem Frommen die Mark Michelstadt, die er 819 dem Kloster Lorsch übergab. 1307 wurde der Ort zerstört, Burg und Stadt von den Erbachern aber wieder aufgebaut, diesmal mit einer Befestigungsanlage. Die evangelische Pfarrkirche, eine spätgotische, dreischiffige Basilika, wurde in mehreren Etappen ab 1461 errichtet und erweitert. Im Inneren der Kirche finden Sie Grabdenkmäler der Familie Erbach. Im oberen Turmgeschoß ist die Bibliothek mit über 2000 zum Teil sehr wertvollen Büchern untergebracht. Der ganze Marktplatz wird vom Fachwerk-Rathaus aus dem Jahre 1484 beherrscht. Die offene Halle im Erdgeschoß diente als Markthalle und für Gerichtsverhandlungen. Gegenüber dem Rathaus befindet sich der Marktbrunnen von 1575 mit Justitia-Attributen aus dem 18. Jahrhundert  Der Marktplatz hat so viel bezaubernden, märchenhaften Charme, dass Michelstadt zum Inbegriff altdeutscher Kleinstadtromantik geworden ist. Keltische und auch römische Funde sind im Odenwaldmuseum in der ehemaligen Burg ausgestellt. Im Stadtteil Steinbach steht die Einhard-Basilika, eine von den bedeutendsten karolingischen Kirchen in Deutschland und einer der ältesten Kirchenbauten nördlich der Alpen (frühes 9. Jahrhundert). Außerhalb von Michelstadt steht in einem Park Schloß Fürstenau, eine ehemalige Wasserburg mit vier mächtigen Ecktürmen, die der Mainzer Erzbischof um das Jahr 1300 an der Mümling errichten ließ.

Fotos und weitere Infos
http://www.cityalbum.de/germany/michelstadt.htm
http://www.michelstadt.de


Excursion: Der Englische Garten Eulbach

8 km östlich von Michelstadt liegt auf einem Hügel das Jagdschloß der Grafen zu Erbach mit einem Park im Englischen Stil. In der großzügigen Anlage befinden sich alte Baumgruppen, Seerosenteiche und exotische Pflanzen. Da das Hobby des Grafen Franz zu Erbach die Archäologie war - der Limes führt hier entlang - sind ausgegrabene Teile dieses Verteidigungswalls zu sehen, die zu einer künstlichen Ruine zusammengetragen wurden. Man hat mehrere große Wildgehege eingerichtet, in denen Rehe, Hirsche, Wildschweine und Wisente leben.

Fotos und weitere Infos
http://de.wikipedia.org/wiki/Eulbacher_Park
http://www.gg-online.de/html/englischer_garten.htm


Erbach

In dem Ort hatten die 1095 erstmals erwähnten Schenken zu Erbach ihren Sitz. Um ihre spätromanische Wasserburg, auf einer Mümling-Insel gelegen, entstand dann im 14. Jahrhundert eine Siedlung, die 1321 erstmals als Stadt erwähnt wurde. Ab 1748 residierten hier die Grafen von Erbach-Erbach. Sie bauten die Wasserburg um, nur der Bergfried (um 1200) blieb stehen. Dass die Jagd ein Hobby derer von Erbachs war, ist in den Räumlichkeiten des Schlosses zu erkennen. Im Treppenhaus ist eine Sammlung von Gehörnen und Geweihen zu sehen, die auf das naturkundliche Interesse von Graf Franz I zu Erbach-Erbach zurück geht. Dazu gibt es eine Gewehrkammer und eine Hirschgalerie. Dem Grafen Franz I. zu Erbach-Erbach verdankt die Stadt den Weltruf als ein Zentrum der Elfenbeinschnitzerei. Im Jahr 1783 wurde mit diesem Kunsthandwerk begonnen. Sie können den Schnitzern im Deutschen Elfenbeinmuseum bei ihrer Arbeit zuschauen. Es werden allerdings, wegen des Artenschutzes, Zähne des sibirischen Mammuts verarbeitet. Ausgestellt sind Kunstwerke aus der ganzen Welt, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Im »Städtel«, der Altstadt, sind noch einige alte Burgmannenhöfe zu besichtigen, der älteste unter ihnen ist das Tempelhaus aus dem 15. Jahrhundert.

Fotos und weitere Infos
http://www.erbach.de
http://www.schloss-erbach.de


Amorbach

Diese Stadt ist ein Schmuckkästchen barocker Architektur, und die gesamte Altstadt steht unter Denkmalschutz. Verwinkelte kleine Gassen mit Kopfsteinpflaster, restaurierte Fachwerkhäuser, das Rathaus, Kirchen und Reste einer Stadtmauer. In der Abteikirche von Amorbach sehen Sie eine der größten 4 Barockorgeln Europas. Auch der »Grüne Saal« und die frühklassizistische Bibliothek der ehemaligen Benediktinerabtei sind sehenswert. Das Templerhaus zählt zu den ältesten Fachwerkhäusern Deutschlands (1291). In der Sammlung Berger sind 2500 Teekannen aus aller Welt, Bilder von Picasso, Miro, Chagall, Haring, Christo u.a. sowie 500 alte und neue Künstlerpuppen sowie Puppenhäuser ausgestellt.

Fotos und weitere Infos
http://www.cityalbum.de/germany/amorbach.htm
http://www.amorbach.de


Excursion: Burgruine Wildenburg

Die Burgruine ist u.a. über einen Wanderweg von Amorbach über Pulvermühle und Buch im Mudtal (etwa zwei Stunden) zu erreichen. Es wird vermutet, daß die Wildenburg als Vorbild für die Gralsburg Munsalvasch im »Parzival« (vollendet um 1210) diente - Wolfram von Eschenbach lebte als Gast der Edelherren von Dürn auf der Wildenburg. Im 14. Jahrhundert wurde sie durch ein Erdbeben beschädigt und im Bauernkrieg 1525 zerstört.

Burg Wildenberg (Kirchzell)


Excursion: Das Ernsttal

Der Ort ist Ausgangspunkt für eine Wanderung bis zum Schloß Waldleinigen, das die Amorbacher Fürsten von und zu Leiningen hier im 19. Jahrhundert bauen ließen. Der Baustil ist eine Nachahmung der englischen Gotik, denn die Fürsten waren mit dem Königshaus auf der Insel verwandt. Das Schloß wird heute als Sanatorium genutzt. Ein kurzer Fußweg führt zum Wildgatter Breitenbuch mit einem Wildschweinbestand.

Fotos und weitere Infos
Schloss Waldleiningen


Walldürn

In dem Ort gibt es eine Sammlung von Elfenbeinschnitzereien: u.a. Reliefs, Plastiken und Reliquienschreine können Sie im Pfarrheim der Stiftung »Zur Mehrung des Ruhms des heiligen Blutwunders« ansehen. In der barocken Wallfahrtskirche »Zum heiligen Blut« stieß im 14. Jahrhundert ein Priester den Kelch mit Meßwein um. Der Rotwein formte auf dem Leinentuch die Umrisse des Gekreuzigten, umgeben von elf Christusköpfen. Dieses Leinentuch wird in einem silbernen Schrein neben dem Heiligen-Blut-Altar von 1626 aufbewahrt. Das Wunder wurde von Papst Eugen IV. anerkannt. Der Ort lebt von der Wallfahrt, dieses dokumentiert auch das Wallfahrtsmuseum im Patrizierhaus »Zum Güldenen Engel«. Die Stadt wird von der barocken Wallfahrtsbasilika aus rotem Sandstein, umgeben von Fachwerkhäusern, überragt. Das Umland lockt mit Wanderwegen (Limeswanderweg, Wildgehege im Marsbachtal).

Fotos und weitere Infos
http://www.cityalbum.de/germany/wallduern.htm
http://www.wallduern.de


Buchen

Im Jahre 1309 hat der Mainzer Erzbischof das befestigte Städtchen den Herren von Dürn abgekauft. In der Kurmainzischen Amtskellerei (dem »Steinernen Bau« in der Kellereistraße 25-29) ist das Bezirksmuseum mit den umfangreichsten volkskundlichen Sammlungen des badischen-fränkischen Raums untergebracht. Torturm, Fachwerkhäuser und Rathaus mit Freitreppe (18. Jahrhundert) bewirken mittelalterliches Flair. Die Mariensäule, eine von den vielen Madonnen im »Madonnenländchen«, erinnert an die Pestepidemie von 1753. Andererseits: Der liegende, steinerne »Blecker« am Torturm zeigt seinen Allerwertesten - ein Hinweis auf die Buchener Fasnacht.

Fotos und weitere Infos
http://www.cityalbum.de/germany/buchen.htm
http://www.buchen.de
http://www.bezirksmuseum.de (Bezirksmuseum Buchen)


Excursion: Eberstadter Tropfsteinhöhle

Von Buchen aus können Sie die 6 km entfernte, im Stadtteil Eberstadt gelegene Höhle besichtigen. Sie wurde 1971 bei Sprengungen in einem Steinbruch entdeckt. In der Höhle gibt es Stalaktiten, Stalagmiten und Sinterbildungen. Auch ein unterirdischer See hat sich zwischen den vielen Tropfsteinen angesammelt. Das Ganze ist auf einem 610 m langem Wegenetz zu bestaunen. Das ganze Jahr über herrscht eine Temperatur von 11°C und eine Luftfeuchtigkeit von 95%.

http://www.tropfsteinhoehle.eu/de/


Adelsheim

Das Unterschloß war im 14. Jahrhundert eine Wasserburg und wurde bewohnt von den Reichsrittern von Adelsheim, das Oberschloß hat man 1504 erbaut. In der spätgotischen Jakobskirche finden Sie Grabdenkmäler der Adelsheimer Reichsritter. Im Ort selbst gibt es barocke Fachwerkhäuser und Teile der mittelalterlichen Wehranlage zu sehen.

http://www.adelsheim.de